Wenn das E-Auto nachts Hunger hat und der Batteriespeicher gerade „an der Börse arbeitet“
Eigentlich klang alles perfekt: große Photovoltaik auf dem Dach, ein großzügig dimensionierter Batteriespeicher im Keller, intelligente Steuerung, dynamischer Stromtarif und das gute Gefühl, Teil der Energiewende zu sein. Das Versprechen: möglichst günstig, möglichst autark und maximal intelligent.
Soweit die Theorie! Damit dies möglich wird, hilft eine über das Internet aufgebaute KI-gestützte, intelligente Steuerung mit Wettervorschau und Verbrauchsverhalten beim Stromzukauf an der Börse. Die Einspeisevergütung wird wie bei jeder sonstigen PV-Anlage durch den Netzbetreiber bezahlt. Auch der Preis für jede Kilowattstunde wird nicht vorab festgelegt, sondern „am Smartmeter“ bezahlt. Das heißt, das, was der Smartmeter an Verbrauch aufzeichnet, wird auch abgerechnet.
Wenn „intelligent“ nicht automatisch praktisch bedeutet
Severin W. aus Wasserburg (links im Bild) und Robert K. aus Reitmehring (rechts im Bild) haben sich für so ein Modell entschieden. Aus dem vermeintlichen Rundum-Sorglos-Paket wurde schnell ein überraschend kompliziertes Abenteuer. So passierte es öfters, dass Strom in der Nacht zugekauft und gespeichert wurde, weil nachts der Börsenstrom häufig sehr günstig war, obwohl am nächsten Tag der Überschuss bei Sonnenschein dann ins Netz zurückgespeist werden musste, weil der Stromspeicher im Keller bereits vormittags komplett geladen war. Damit sind die Kosten für den an der Börse gehandelten Strom inkl. der Netzentgelte und Steuern insgesamt teurer als die Einspeisevergütung. Zudem darf nicht außer Acht gelassen werden, dass der Stromspeicher durch zusätzliche Ladungen und Entladungen logischerweise früher ausgetauscht werden muss.
Das Auto muss morgens fahren – egal wie der Strompreis gerade ist.
Ebenfalls konnte das Elektrofahrzeug nicht immer mit den günstigsten Strompreisen geladen werden. Sehr oft musste dann, um die Arbeitsstätte zu erreichen, zu teureren Sofortaufladungen zurückgegriffen werden. Selbiges gilt, wenn nach Dunkelflauten der Speicher komplett entleert war. Dank solcher exemplarisch auftretenden Fehlentscheidungen der steuernden KI, kletterte der durchschnittliche Preis pro Kilowattstunde im Winter deutlich nach oben. Die erhöhten Grundgebühren für Bereitstellung des Börsenstroms sowie der KI-Steuerungsleistung sind hier noch nicht mitberücksichtigt. Viele Kunden wünschen sich vor allem eines: Dass Strom genau dann verfügbar und bezahlbar ist, wenn er gebraucht wird – und nicht nur dann, wenn die Börsenpreise gerade günstig sind. Vor allem in den Wintermonaten zeigte sich bei beiden Haushalten, dass insbesondere die Elektromobilität nicht mehr ganz so wirtschaftlich war.
Zurück zur Einfachheit
Da beide Haushalte mit gut dimensionierten PV-Anlagen ohnehin nahezu autark sind, wurde ein Stromanbieter gesucht, der vor allem in den sonnenärmeren Monaten verlässlich liefert – ohne komplizierte Marktlogik und ohne die Sorge, ob der eigene Batteriespeicher gerade von einer nicht nachvollziehbaren KI-Logik übersteuert ist. Die Entscheidung fiel schließlich auf die Stadtwerke Wasserburg am Inn. Dort erhalten Kunden rund um die Uhr günstigen Ökostrom – zu einem festen Preis unter 30 Cent pro Kilowattstunde. „Am Ende wollten wir einfach wieder Strom haben, wenn wir ihn brauchen. Und ehrlich gesagt schlafen wir besser, seit unser Batteriespeicher nicht mehr heimlich an der Börse arbeitet“ sagt Robert K. mit einem Schmunzeln. Die Erfahrungen der beiden Haushalte zeigen: Moderne Energielösungen können viele Vorteile bieten – solange sie zum Alltag der Menschen passen. Denn bei aller Digitalisierung, KI-Steuerung und Marktoptimierung bleibt eine einfache Wahrheit bestehen: Der Kunde möchte die Kontrolle behalten. Oder anders gesagt: Ein intelligentes Zuhause ist schön – aber das eigene Auto morgens mit leerem Speicher vorzufinden, fühlt sich erstaunlich wenig smart an.
„Wir wollten einfach wieder Strom haben, wenn wir ihn brauchen.“
Rundum-Sorglos – diesmal wirklich: Für die beiden neuen Stadtwerke-Kunden zählt heute vor allem eines: Transparenz, Planbarkeit und ein kompetenter Ansprechpartner vor Ort. Und manchmal ist genau das die modernste Lösung von allen. „In einem Jahr machen wir mal einen Kassensturz und vergleichen dann unsere Gesamtkosten.“ sagt Severin W., „Ich könnte mir vorstellen, dass die Stadtwerke am Ende vielleicht sogar günstiger sind.“ Vergleichen auch Sie Ihre Kosten unverbindlich bei den Stadtwerken, es lohnt sich garantiert.
